Krankheitsanzeichen beim Goldhamster

In der freien Natur müssen Goldhamster mit teilweise rauen Bedingungen zurechtkommen. Sie sind daher recht robust und nicht übermäßig anfällig für Krankheiten. Dennoch kann es passieren, dass sich der kleine Nager nicht wohlfühlt, vor allem, wenn er Stress, schlechtem Futter und Schmutz ausgesetzt ist. Krankheiten lassen sich an mehreren Anzeichen erkennen.

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Verhalten

Der Goldhamster ist auch am Abend kaum aktiv. Er wirkt apathisch und frisst nicht. Er reagiert schreckhafter und aggressiver als normalerweise. Krankheiten können dieses Verhalten begünstigen.

Körper und Fell

Der Hamster ist aufgedunsen oder verliert auffällig viel an Gewicht. Er krümmt sich, hat Durchfall und die Region um den After ist nass. Das Fell ist gesträubt oder fällt gar aus. Blutige Verletzungen sind erkennbar.

Augen

Die Augen sehen rot und entzündet aus. Die Lider sind oft verklebt und ein eitriges Sekret läuft aus.

Keine Krankheitsanzeichen

Einige Symptome müssen kein Grund zur Beunruhigung sein. Dazu gehören beispielsweise die Hoden der Männchen, die bei wärmeren Temperaturen zum Kühlen aus dem Bauchraum treten. Weibchen scheiden alle vier Tage eine gelblich bis weiße Flüssigkeit aus. Hier liegen im Normalfall keine Krankheiten vor.

Milben- und Parasitenbefall

Hat der Goldhamster struppiges Fell oder gar kahle Stellen, leidet er womöglich unter einem Milben- oder Parasitenbefall. Vermehrtes Kratzen ist ebenfalls ein Indiz dafür. Eine genauere Diagnose ergibt eine mikroskopische Untersuchung. Man kann das Tier auch über ein weißes Blatt halten und sein Fell auskämmen. Wenn man Glück hat, lassen sich die kleinen Plagegeister auf dem Papier gut erkennen.

Ursachen dieser Krankheiten können Stress, verdorbenes Futter, mangelnde aber auch zu übertriebene Hygiene sein, da die Tiere so kein Abwehrsystem aufbauen können.

Durchfall

Ist der Kot breiartig oder gar wässrig, leidet der Goldhamster unter Magen-Darm-Beschwerden. Oftmals steckt eine bakterielle Infektion dahinter, die durch verdorbenes oder zu viel Frischfutter ausgelöst wird.

Da auch Vergiftungen durch Pflanzen etc. vorliegen können, muss der Nager so schnell wie möglich zum Tierarzt. Zudem ist es ratsam, vorerst kein Saftfutter zu geben.

Einfache Medikamentengabe

Benötigt der Goldhamster Medizin, verabreicht man diese am besten mit einem Leckerli, das Flüssigkeiten aufsaugt. Dafür eignen sich zum Beispiel weiches Brot oder auch ein Mehlwurm.

Tumore

Es gibt andere Nager, die anfälliger sind, dennoch können auch Goldhamster Tumore bekommen. Dabei bildet sich eine Beule unter der Haut. Ist die Wucherung klein und der Nager noch jung, kann sie vom Tierarzt entfernt werden. Sollte die Beule jedoch größer sein und das Tier beginnen, sie aufzubeißen, ist es besser, sein Leid zu beenden. Es wird nicht die Zähne davon lassen und irgendwann qualvoll verbluten.

Verstopfte Backentaschen

Kann der Goldhamster die Backentaschen nicht mehr ausstreichen und verweigert die Nahrung, sind die Taschen wahrscheinlich verstopft. Schuld können klebrige Substanzen sein, die das Tier gefressen hat. Deswegen sollte ihm nie Schokolade oder ähnliches gegeben werden. Um Entzündungen und Abszesse zu verhindern, entfernt der Tierarzt die Essensreste.

Regelmäßige Gewichtskontrolle

Um festzustellen, ob es dem Hamster gut geht, hilft auch eine regelmäßige Kontrolle des Gewichts. Hierfür setzt man ihn am besten auf eine Küchen- oder Briefwaage. Das Gewicht eines gesunden Tieres liegt beim Weibchen bei 80 bis 150 Gramm und beim Männchen zwischen 100 und 160 Grund.

Lippengrind

Rötungen und Schorf an den Mundwinkeln bedeutet, dass der Goldhamster am sogenannten Lippengrind leidet. Im fortgeschrittenen Stadium ist auch die Nase betroffen. Hauptsächlich sind eine einseitige Ernährung sowie zu viel ungesundes Futter die Ursache. Dadurch entstehen kleine Risse in der Haut, in denen sich Bakterien und Pilze ansammeln. Abhilfe schaffen eine vitaminreiche Kost und Salbe vom Tierarzt.

Erkältung

Goldhamster können sich auch erkälten. In dem Fall niesen sie und es läuft ihnen die Nase. Ursachen hierfür sind vor allem Zugluft, aber auch starke Schwankungen der Temperatur. Deshalb ist es wichtig, den Käfig an einer geschützten Stelle unterzubringen. Bei schweren Erkrankungen verschreibt der Tierarzt zudem Antibiotika.

Einsatz einer Rotlichtlampe

Die Heilung kann mit Hilfe einer Rotlichtlampe begünstigt werden. Es muss jedoch auf einen ausreichenden Abstand geachtet werden, damit der Hamster der Wärme ausweichen kann, wenn er will.

Hitzeschock

Hohe Temperaturen können dem Hamster stark zusetzen, da er keine Schweißdrüsen hat, mit denen er sich vor Wärme schützen kann. Im Extremfall droht ein Hitzeschock. Dies macht sich bemerkbar, indem das Tier teilnahmslos am Boden liegt und hechelt. Bei praller Sonneneinstrahlung kann der Stoffwechsel komplett zusammenbrechen. Jetzt ist Eile geboten. Der Hamster muss sofort an eine kühlere Stelle gebracht und das Schnäuzchen mit Wasser benetzt werden. Auch eine Trinkquelle sollte nicht fehlen.

Bisswunden

Bisswunden treten vorwiegend im After- und Genitalbereich auf. Werden Hamster in Gruppen gehalten oder sind die Weibchen bei Zuchtversuchen nicht paarungsbereit, kommt es zu blutigen Kämpfen. Die Tiere müssen daher sofort getrennt werden. Kleinere Wunden heilen meist von allein. Größere blutende Verletzungen müssen vom Tierarzt behandelt werden.

Knochenbrüche

Hamster sind anfällig für Stürze vom Sofa, Tisch oder anderen Erhebungen. Aufgrund ihres eingeschränkten Sehvermögens sind sie nicht in der Lage, Höhenentfernungen abzuschätzen. Deshalb springen sie oft ohne zu Zögern in die Tiefe und können sich böse verletzen.

Knochenbrüche bei so kleinen Tieren lassen sich kaum operieren oder schienen. In vielen Fällen wachsen die Knochen jedoch von allein zusammen, wenn der Hamster die Beine weitestgehend stillhalten muss. Am besten setzt man ihn dazu in eine kleine Transportbox, in der er nicht herumrennen kann. Nach ein paar Tagen kann er dann meist wieder laufen. Allerdings bleibt das verheilte Beinchen oft schief. In den meisten Fällen sieht es nur etwas komisch aus, aber das Tier kommt gut damit zurecht, ist lebhaft und frisst normal.

Hat man allerdings den Eindruck, dass es sich quält und sich kaum bewegen kann, ist eine Erlösung sinnvoller.

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