Bevor es mit der Goldhamsterzucht losgeht

Zugegeben, es ist sehr reizvoll, kleine Hamster aufwachsen zu sehen. Bei der Goldhamsterzucht braucht man jedoch einige Fachkenntnisse. Anderenfalls kann es passieren, dass bereits bei der Paarung Probleme auftauchen.

Zudem darf man nicht vergessen, dass jeder Hamster ein ausreichend großes Gehege benötigt. Die Tiere sind Einzelgänger und können nicht zusammengehalten werden. Bei einer durchschnittlichen Wurfgröße bedeutet dies, dass ca. 10 Käfige Platz finden müssen.

An die Zukunft des Hamsternachwuchses denken

Wer sich für eine Zucht von Goldhamstern entscheidet, sollte sich vorher Gedanken darüber machen, was mit den Jungtieren geschieht, wenn sie von der Mutter getrennt werden müssen.

Die Paarung der Goldhamster

Voraussetzung für eine Goldhamsterzucht

Ein unblutiges Zusammenführen des Hamsterpärchens klappt nur, wenn sich das Weibchen in Fortpflanzungsstimmung befindet.

Paarungs- und Fortplanzungszeit

Von März bis September ist das Goldhamsterweibchen alle vier Tage für etwa zehn Stunden in Paarungsstimmung. Die Fortpflanzungsfähigkeit steuert zudem der Tagesrhythmus. Bei weniger als elf Stunden Helligkeit stellt sich die Fruchtbarkeit ein.

Ablauf der Paarung

Romantisch läuft die Paarung nicht ab. Das Männchen jagt das Weibchen regelrecht durch den Käfig. Wenn sie innehält, beschnuppert er ihre Schwanzregion, um festzustellen, ob sie für den Akt bereit ist. Ist dies der Fall, drückt sie die Wirbelsäule nach unten und hebt ihr Hinterteil an. Diese Stellung nennt sich Lordose und ist eine Aufforderung zur Paarung.

Eigenes Gehege für das Männchen

Ist das Weibchen jedoch nicht empfangsbereit, kommt es zu blutigen Kämpfen zwischen den beiden Hamstern, wobei fast immer das Männchen unterliegt und sogar totgebissen werden kann. Das Böckchen braucht daher unbedingt ein eigenes Gehege und sollte jeden Abend unter Aufsicht zur Goldhamsterdame gesetzt werden.

Das Paarungsritual kann die ganze Nacht andauern. Bis zu 50 mal besteigt der Hamstermann seine Partnerin. Wenn es vorbei ist, ist es besser, das Männchen wieder in seinen Käfig zurückzubringen. In den meisten Fällen duldet das Weibchen ihn danach nicht mehr und attackiert ihn.

Schwangerschaft und Geburt der kleinen Goldhamster

Nestvorbereitung

Bereits nach der Paarung beginnt das Goldhamsterweibchen ein Nest für die Geburt vorzubereiten. Nistmaterial wie weichen Zellstoff und Küchentücher nimmt es gern an.

Ungeeignetes Nistmaterial

Sogenannte Hamsterwatte ist für den Nestbau nicht empfehlenswert. Besonders die zerbrechlichen Jungtiere können sich darin verzetteln und sich Körperteile abschnüren.

Das braucht die Hamsterdame während der Schwangerschaft

Während der Trächtigkeit benötigt der Hamster mehr Eiweiß, um gute Milch zu produzieren. Das Tier freut sich daher über zusätzliche Proteinnahrung in Form von:

  • Quark
  • Jogurt
  • naturbelassenem Käse
  • Insekten

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Tragzeit bei der Goldhamsterzucht

Die Tragzeit ist relativ kurz. Bereits nach 16 Tagen kommen die Welpen zur Welt. Dass die Geburt kurz bevorsteht, erkennt man am Verhalten der Hamsterdame. Sie wird wesentlich ruhiger und verlässt nur noch selten ihren Bau. Auch wenn es schwerfällt, sollte sie jetzt in Ruhe gelassen werden. Nachschauen und eine vollständige Reinigung des Käfigs sind tabu.

Im schlimmsten Fall kann es sonst passieren, dass Komplikationen auftreten und sie ihren Nachwuchs gleich nach der Geburt auffrisst. Das kommt gerade bei Erstgebärenden vor. Das mag im ersten Moment grausam klingen, aber es ist von der Natur her eingerichtet, damit die Mutter ihre Energie nicht an einen Wurf verliert, der keine Überlebensmöglichkeit hat. Daher haben auch die Nachkommen von Inzuchten kaum eine Chance, groß zu werden.

Geburt und Wurfgröße

Die Wurfgröße bei Goldhamstern ist relativ hoch. Durchschnittlich kommen acht oder mehr Junge zur Welt. Lediglich bei Weibchen, die zum ersten Mal Mutter werden, ist die Anzahl oftmals geringer. Die Jungtiere werden in der Regel in den frühen Morgenstunden oder am Vormittag geboren. Gerade bei unerfahrenen Müttern kann es sein, dass die Welpen nicht im Nest zur Welt kommen, sondern verstreut im Käfig liegen. Aber keine Sorge, die Goldhamsterdame weiß instinktiv, was zu tun ist. Sie wird die Kleinen einsammeln und in den Bau tragen.

goldhamsterbaby

Fazit der Goldhamsterzucht

Die Goldhamsterzucht ist ein tolles Erlebnis. Dennoch kommt es auf gute Rahmenbedingungen und eine gute Begleitung der Tiere in dieser Situation an. Wer gerne züchten möchte, muss sich auf alle Fälle gut einlesen und beraten lassen. Wie bereits erwähnt sollte man bereits vor der Zucht wissen, wie es mit den Babies weiter geht, wenn diese von ihrer Mutter getrennt werden müssen. Beachtet man all dies, steht einer schönen Erfahrung nichts im Wege.

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